Nach dem Sieg gegen Lindow/Gransee wartet auf die Zweitliga-Volleyballer des PSV jetzt der Bundesligist Warnemünde.

Autor: Matthias Schütt, Bild: Fotofin

Dramatik, Emotionen und hochklassige Ballwechsel – dieses Spiel hatte alles, was ein Spitzen-Volleyballderby braucht. Es ging um den Einzug ins Achtelfinale des deutschen Pokalwettbewerbes und vor mehr als 400 begeisterten Zuschauern in der Strelitzhalle setzten sich die Männer des PSV Neustrelitz wie im vergangenen Jahr mit 3:2 (18:25, 20:25, 25:20, 25:20, 15:13) gegen den SV Lindow/Gransee durch.

Für den entscheidenden Punkt im Tiebreak sorgte PSV-Mann Fiete Kramer. Als alle mit einem weiteren Zuspiel rechneten, legte er den Ball locker übers Netz. „Es war eine spontane Entscheidung. Ich habe gesehen, dass der Block nicht ganz geschlossen war und habe es probiert. Ein unbeschreibliches Gefühl, so ein Spiel für uns zu entscheiden“, sagte der 19-Jährige.

Die beiden Zweitligisten lieferten sich einen echten Volleyball-Krimi, in dem Gransee den besseren Start erwischte. Im ersten Satz war es vor allem der frühere PSV-Spieler Odin Gnilitza, der Gransee mit einer langen Aufschlagserie deutlich in Führung brachte. Danach hatte er mit Kreislaufproblemen zu kämpfen und wurde nur noch sporadisch eingesetzt. Auch den zweiten Satz holte sich Gransee – alles sprach für einen schnellen Sieg der Gäste.

Am Wochenende folgen jetzt zwei Spiele

„Wir haben ziemlich dominant gespielt, druckvoll aufgeschlagen und sehr gute Blöcke gestellt. Aber jeder Satz fängt nun mal bei null an und deshalb kann sich ein Volleyballspiel sehr schnell drehen. Das mussten wir heute leidvoll erfahren“, sagte Daniel Hähnert, der früher auch drei Jahre in Neustrelitz gespielt hat.

Die PSV-Männer haben in der laufenden Zweitligasaison schon mehrere Fünf-Satz-Spiele hinter sich und sie wollten auch das Derby nicht kampflos abgeben. Kramer: „Das ist unser Motto: Wir wollen immer weitermachen und unsere Chancen nutzen. Die Kulisse und diese geile Derby-Atmosphäre hat dabei natürlich geholfen.“

Vor allem der dänische Neuzugang Victor Dalgas drehte auf. Er machte viele wichtige Punkte und wurde am Ende als bester Spieler der Partie ausgezeichnet. Plötzlich standen auch die Blöcke besser, lange Ballwechsel endeten erfolgreich für den PSV und die Neustrelitzer gewannen souverän die Sätze drei und vier.

Im Tiebreak machten sie es noch einmal spannend, am Ende war es PSV-Zuspieler Fiete Kramer, der den Sack zumachte. Im Achtelfinale des DVV-Pokals kommt nun Erstligist SV Warnemünde in die Strelitzhalle. „Das wird ein echtes Highlight für uns und wir werden alles tun, um sie zu ärgern“, so Kramer.

Dass sie das können, haben die Neustrelitzer in der Saisonvorbereitung gezeigt, als sie ein Testspiel gegen Warnemünde gewonnen haben. Ernst wird es am 7. November, wenn es um den Einzug ins DVV-Viertelfinale geht. Zuvor müssen die Neustrelitzer am kommenden Wochenende aber doppelt in der 2. Bundesliga ran. Am Samstag haben sie die VC Juniors Frankfurt zu Gast in der Strelitzhalle (19 Uhr), am Sonntag kommt der Eimsbütteler TV (16 Uhr).